Wem hätte dieser Antrag geschadet ?

Leserbrief zur Marktratsitzung Postbauer-Heng

Frau Huber von der SPD konnte es treffender nicht formulieren: „es macht einfach keinen Spaß mehr“. Gemeint war die Streitkultur und das Abstimmungsverhalten im Marktrat. Der anfängliche Applaus auf CSU-Seite verstummte sofort, als man erfasste gegen wen sich diese Kritik richtete, nämlich gegen eine mauernde CSU. Ausgangspunkt war ein Antrag von der Oppositionsseite, künftig die Markträte über Bauvoranfragen Gewerbetreibender in Kenntnis zu setzen, weil in der Vergangenheit schon mehrmals Anträge von Ortsansässigen negativ beschieden wurden. Die Folge: Abwanderung in die umliegenden Kommunen und damit Verzicht auf Gewerbesteuereinnahmen.

Eigentlich ein Antrag mit Vernunft und Weitsicht, weil man beim Erhalt von Gewerbe-treibenden nicht nur die Gemeindefinanzen im Auge haben muss, sondern gleichzeitig die Schaffung von Arbeitsplätzen. Und es spricht ja für das Engagement eines Marktrats, wenn er sich damit auseinandersetzt. Der Antrag scheiterte an einem Patt mit 9 : 9 Stimmen, wobei die CSU geschlossen dagegen hielt. Warum eigentlich? Wem hätte dieser Antrag geschadet ? Je mehr Informationen an unser Gemeindeparlament fließen, desto effektiver kann es arbeiten. Geradezu zynisch musste der Opposition das folgende Plädoyer des CSU-Fraktions sprechers Meyer vorkommen. Er beschwor die Gemeinsamkeiten im Rat, bat um ein faires Miteinander statt gegenseitiger, z. T. persönlicher Angriffe. Man hätte es ihm ja gerne abgenommen, wenn nicht kurz davor die CSU ihre Muskeln hätte spielen lassen. So aber war es eine Farce und Verhöhnung.

Ein abschließendes Wort noch zum Leserbrief eines Herr Schellschmidt. Wenn dies das Niveau der nachwachsenden CSU-Generation ist, braucht sich eine Opposition keine Sorgen machen, umso mehr aber die Bevölkerung.

Michael Wabner

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