Begrüßung durch Kurt Hartmann, 1. Vorsitzender des Ortsvereins der UPW-FW Postbauer–Heng e.V.
Willkommen am Politischen Aschermittwoch mit Fischessen bei der UPW-FW in Postbauer-Heng !
Wir begrüßen Neumarkts OB Thomas Thumann sowie den Bürgermeister Willibald Kessler aus Lupburg.
Wir begrüßen ferner die so zahlreich erschienenen Kreisräte, Stadträte, Markträte und Gemeinderäte aus Neumarkt, Breitenbrunn, Seubersdorf, Dietfurt, Parsberg, Lupburg, Pilsach, Pyrbaum, Postbauer-Heng und erstmals dabei auch Bernhard Graf mit seiner Begleitung aus Hohenfels.
Wir freuen uns über die Abordnungen der örtlichen Vereine, über die schon zur Familie gehörigen Kollegen der Feuerwehr Kemnath und der drei Arbeitskreise der kommunalen Agenda 21.
Jede Kommune hat jährlich bestimmte Höhepunkte und trifft Entscheidungen, die aus dem Tagesgeschehen hervorragen und in der überregionalen Presse herausgestellt werden.
Postbauer-Heng machte mindestens dreimal Schlagzeilen im letzten Jahr:
Zum ersten: Der Kaminbauer Karl-Heinz Kago erfüllte sich mit seinem Wasserschloss einen Lebenstraum und platzierte ein Gebäude in die Landschaft, das zumindest Beachtung findet und für Gesprächsstoff sorgt. Lobenswert ist, das er sein Geld nicht ins Ausland trägt, sondern es bodenständig zur Unterstützung einheimischer Handwerker einsetzt.
Kommunalpolitisch ist erwähnenswert, das wir fast 10 Jahre für die
Festschreibung eines zuletzt vom Landratsamt energisch eingeforderten Flächennutzungsplanes benötigten. Die Druckfarbe des Planes, der an alle Haushalte verteilt wurde, war noch nicht richtig trocken, als Kago die Pläne für sein Schloss mit Tierpark im Gemeinderat vorlegte - in einem Gebiet, das soeben als Naturschutzfläche für die nächsten 10 Jahre über alle Instanzen und Fachbehörden festgeschrieben wurde.
Zweitens: Die Gemeinde Postbauer-Heng wurde 2005 zum Markt erhoben. Die Ernennungsurkunde übergab Innenminister Beckstein am 17. September. Er wurde am 18. September durch das Wahlergebnis zum Bundestag aus der Feierstimmung auf den Boden der Ernüchterung zurückgeholt.
Beckstein ist besonders für die Freien Wähler ein rotes Tuch, weil er wiederholt versucht hat, den Aufschwung der bürgerlichen Alternative zu verhindern. Sei es in der Behinderung zur Landtagswahl oder im Versuch, die Stichwahl bei Bürgermeister- oder Landratswahlen abzuschaffen.
Und drittens ist Postbauer-Heng mit der Schließung und der Wiedergeburt seines Naturbades in die Schlagzeilen geraten.
Das einzige, was wir 15 Jahre als Naturbad hatten, war der Name. Real war es ein betonierter Tümpel ohne natürlichen Zulauf und Ablauf. Die Verantwortlichen im Gesundheitsamt haben jahrelang bei der Untersuchung der Wasserproben zwei Augen und ein Hühnerauge zugedrückt, um die Betriebsgenehmigung fortzuschreiben.
Die Gleichschaltung der Bestimmungen auf europäischer Ebene waren dem Amtsleiter willkommener Anlass, das Bad zu schließen, weil sich Beschwerden über Hautausschläge und brennende Augen häuften.
Mit ihren Befragungsmethoden hat die an die Existenz eines Schwimmbades gekoppelte Wasserwacht eine fragwürdige Zustimmung aus Bevölkerungsbefragungen abgeleitet,
Zusätzlich wurden ca. 2600 Haushalte mit ca. 7500 Bewohnern mit einer Beilage im gemeindlichen Mitteilungsblatt befragt. 670 Antworten mit 555 Zustimmungen wurden zum Stichtag abgegeben. Daraus errechnet die Verwaltung eine Zustimmung von ca. 82 Prozent.
Die schweigende Mehrheit war fälschlicherweise der Meinung, dass Stimmenthaltung Ablehnung bedeutet. Die Meinungsverschiedenheit über den Ausbau des Bades für über 400.000 Euro und jährliche Folgekosten von ca. 30.000 Euro spaltet Parteien und Familien.
Unsere Marktgemeinderäte sind schon lt. vereinseigener Satzung ungebunden und nur ihrem Gewissen verpflichtet. Also ist die Hälfte dafür und die Hälfte dagegen.
Meine Frau befürwortet das Bad als Kinderverwahrplatz und ich lehne es als Kostenfalle mit offenem Ausgang ab.
Genug der Worte. Hier und jetzt oute ich mich als Thomas Thumann – Fan und einer der wenigen Optimisten, die an seinen Wahlerfolg geglaubt haben, weil der Amtsvorgänger viele demokratische Spielregeln mit Füßen getreten hat.
Schon bei der Boegl-Betriebs-Besichtigung am 28. Oktober 2005 verabschiedete ich mich bei dem Boegl- Leiter für Öffentlichkeit , Jürgen Kotzbauer, mit dem Hinweis, dass er die Ehre hatte, u.a. den künftigen OB von Neumarkt über das verzweigte Betriebsgelände zu führen. Nicht nur er blickte mich mild lächelnd an.
Heute ist er bei uns. Manche Besucher sind aus Neugierde gekommen, um den jungen Star am bayerischen Polithimmel persönlich zu bewerten..
Ich bitte um Ihre Aufmerksamkeit
für den Oberbürgermeister von Neumarkt, Herrn Thomas THUMANN.
Keine Erbhöfe mehr
NEUMARKT. Strotzend vor Selbstbewußtsein feierte die UPW mit ihrem neuen “Stern am Polit-Himmel” den Politischen Aschermittwoch. “Die Zeit der Erbhöfe ist vorbei”, sagte Neumarkts neuer Oberbürgermeister Thomas Thumann unter großem Beifall.
“Die Zeiten ändern sich und die Politik ist nicht mehr die gleiche” begann Thumann seine Rede im Sportheim des Henger SV, das trotz Fußball-Übertragung fast aus den Nähten zu platzen drohte. Der Kreisvorsitzende der Freien Wähler, Hans Gerngroß, erinnerte in einem Grußwort an seine vielleicht nicht ganz ernst gemeinten Worte vor von zwei Jahren: “Irgendwann reicht der Saal nicht mehr!”
In moderatem Tonfall, aber durchaus inspiriert von den harten Worten anderer politischer Aschermittwoche, rechnete Thumann vor allem mit “abgehobenen Polit-Profis” ab, die “fern aller Realität” Beschlüsse fassen und für die es Zeit werde, daß “wieder Vernunft und gesunder Menschenverstand regieren”.
Angesichts der Verschuldung des Landes scheine es, als hätten “Blindheit und Unverstand die Republik fest in ihrem Griff”. Thumann forderte das Konnexitätsprinzip ein, nach dem derjenige für die Kosten aufkommen müsse, der sie verursache.
Als Beispiel “kompletter Verirrung” bezeichnete Thumann das Büchergeld und die unterschiedlichen und teils widersprüchlichen Erlaße von Staatsregierung und Innenministerium: “Da wird in München ohne Hirn und ohne Verstand entschieden”.
Der neue Neumarkter Stadtchef zählt offenbar die Tage seines Amtes: “Die letzten 86 Tage waren für mich eine harte Schule”, sagte der gelernte Rechtsanwalt, “da ist viel über mich hinweggerollt”.
Seine Erfahrung dabei: Viele Politiker aber auch viele Bürger hätten den Kontakt zur Realität verloren, wenn sie ihre Probleme schildern: “Alles muß sofort, bedingungslos, kostenlos und notfalls auch gegen die Allgemeinheit gemacht werden”. Dabei sei “nicht jede fixe Idee unbedingt gleich eine Vision”.
Der listige Wirtschaftswunder-Minister Ludwig Erhard habe das Wesen eines Kompromisses so beschrieben:”Wenn ich einen Kuchen so teile, daß jeder meint, er hätte das größte Stück gekriegt!”
Thumann brach eine Lanze für den Mittelstand, der im Lande sieben von zehn Arbeitsplätzen und acht von zehn Ausbildungsplätzen stelle und dafür verantwortlich sei, “daß überhaupt noch was läuft”.
Der Neumarkter Oberbürgermeister ließ keinen Zweifel daran, daß die Freien Wähler ihre “Politik mit Herz und Verstand” nicht auf die Kommunen beschränken dürfen, sondern auch in den nächsten bayerischen Landtag einziehen müssten.
Kreisvorsitzender Hans Gerngroß, dem vom Orts-Chef der Freien in Postbauer-Heng, Kurt Hartmann, scherzhaft “eine Minute Redezeit” eingeräumt wurde, unterstrich ebenfalls den Anspruch der Freien Wähler, in den nächsten Landtag zu kommen – und überzog tatsächlich nur unwesentlich seine vorgegebene Redezeit. Er appellierte an die zahlreichen anwesenden Gäste, Selbstvertrauen zu zeigen:”Wir Freien Wähler sind wer!”
Gemeinderätin Dr. Stefanie Huber hatte schließlich die Lacher auf ihrer Seite, als sie daran erinnerte, wie prominente UPW-Mitglieder die Tage vor der Neumarkter OB-Wahl verbracht hätten. Der Düring Franz habe in seiner Backstube gebetet, der Jüttner Georg hatte bei seinen Wanderungen zum Mariahilfberg immer seinen Rosenkranz dabei. Und der Reischböck Ernst soll gar einen Handel mit dem Allmächtigen geschlossen haben: “Wenn Du es geschehen läßt, mach ich alles wieder gut, was ich meinen Schülern angetan habe…
Rede der Markträtin Dr. Stefanie Huber
„Das Wunder von Neumarkt“
Meine sehr verehrten Damen und Herrn, liebe Mitglieder der „Freien Wähler“ und alle die es nach diesem Abend sicher noch werden wollen.
Was haben wir seit dem letzten Aschermittwoch alles erlebt.
Ein Ereignis jagte das andere.
Endlich hatten die Emanzipations-Bemühungen unserer Mütter Erfolg und eine Frau wurde Bundes-Kanzlerin. Aber wie viele Witze wurden allein über die Frisur von Angie gemacht. Haben Sie schon jemals gehört, dass sich jemand über den Topfschnitt von Schilly lustig macht?
Kommt sie mit forschem Schritt daher, heißt es sie sei machthungrig. Bei einem Mann würde man sagen, er zeigt allen wo es lang geht. Setzt sie eine Trauermiene auf, heißt es sie sei gedrückt, bei einem Mann würde man sagen er zeigt Gefühle.
Also meine Damen in Sachen Emanzipation gibt es noch Einiges zu tun.
Aber auch wir Bayern wurden in eine Krise gestürzt, all unsere Idole wollten uns verlassen.
Edmondo wollte neben dem zweiten Frühling auch noch die zweite Chance in Berlin nutzen.
Ballack wollte Bayern München trotz 36 Millionen verlassen. Wie sagte neulich ein Komiker im Fernsehen, eine stolze Leistung für jemanden der vor 15 Jahren noch nicht einmal wusste wie Bananen schmecken.
Franz Josef Strauß konnte sein Volk nicht mehr leiden sehen und schickte daher den Engel Aloisius mit einer himmlischen Botschaft, nicht ins Hofbräuhaus sondern in den Vatikan und was er den Kardinälen mitteilen lies, erfuhren wir als der weiße Rauch aufstieg und es hieß Guiseppe Ratzinger ein Bayer ist Papst. Da konnten wir Bayern wieder aufatmen, denn wir waren wieder wer.
Aber die Hahnenkämpfe um den bayerischen Ministerpräsidenten hatten begonnen.
Die Niederbayern machten Bittgänge und beteten, „Herr Du siehst es sicher ein, der neue Regent muß der Erwin Huber sein“.
Die Franken pilgerten nach Vierzehnheiligen hinauf und forderten alle 14 Heiligen auf. „Steht uns bitte alle bei, dass der neue Ministerpräsident endlich einmal ein Franke sei.
Selbt Franz Maget schloß sich den Betenden an und sagte jede Nacht. „Lieber Gott, Du weißt die SPD ist hier sehr klein, schick den Edi nicht mehr heim, laß dem Schicksal seinen Lauf und halt den Ballack lieber auf.
Doch all diese Gebete hatten keinen Erfolg.
Anders in Neumarkt.
Ich weiß nicht wie viele Rosenkränze der Jüttner Georg heimlich nachts zum Mariahilfberg hinauf gebetet hat. Wieviele Gelübde der Düring Franz früh in seiner Backstube machte und wie oft der Reischböck Ernst gebetet hat. “Lieber Gott wenn Du es geschehen lässt, dann mach ich alles wieder gut, was ich meinen Schülern angetan habe.“
Und dann, dann ist das Wunder von Neumarkt wirklich geschehen, das den Düring Franz in Freudentränen ausbrechen lies. Das Wunder von Neumarkt ist heute unter uns.
Es ist unser Freier Wähler Thomas Thumann, der neue OB in Neumarkt.
Wenn Sie heute nach Hause kommen, meine sehr verehrten Damen und Herren, dann stellen Sie sich mit stolzer Brust vor den Spiegel und sagen nicht nur den Slogan der Bundesrepublik Du bist Deutschland, nein Sie sagen auch mit stolz geschwellter Brust:
„Ich bin ein freier Wähler“…