In der vorletzten Markratssitzung hat man zum wiederholten Male das Thema Straßenbeleuchtung diskutiert. Dazu wurden, wie immer in der Vergangenheit, ausschließlich Referenten der E.ON eingeladen. Ein Konzern, der in erster Linie vom Stromverkauf lebt, sollte also Vorschläge zur Energieeinsparung unterbreiten. Ein Unterfangen, das von vorneherein scheitern musste.
Im Bewußtsein eines sicheren Auftrages präsentierten die E.ON-Vertreter dann ihre „zukunftsweisende“ Alternative mit gerade mal 20% Energieeinsparung in Form von Gelblicht. Dieser seit über 10 Jahren gängige Leuchtkörper wurde den Gemeindevertretern als wegweisende Lösung für die nächsten Jahre vorgestellt.
Die Lobbyisten der E.ON innerhalb der CSU waren begeistert und stimmten trotz sachlicher Vorbehalte der Opposition mit ihrer Mehrheit für eine Auftragsvergabe.
Aufgrund der ausführlichen Berichterstattung der regionalen Presse über die in Neumarkt neu eingeführten Leuchtkörper sahen sich die Oppositionellen von UPW-FW, Bürgerblock und Helmut Gradl veranlasst, mit dem Vertreiber dieser Induktionsleuchten, Fa. Rego GmbH, in Berg Kontakt aufzunehmen. In einer zweistündigen Informationsveranstaltung wurde die Gruppe über Technik, Kosten, Lebensdauer und vor allem Energie- und Kosteneinsparung aufgeklärt. Weltweit werden diese stromsparenden Leuchtkörper von Städten, Kommunen, Gewerbe und Industrie bereits seit Jahren eingesetzt, nur in Deutschland fristet dieses Produkt noch ein Schattendasein. Monatelange Untersuchungen und Tests durch die Neumarkter Stadtwerke bestätigten die Angaben des Herstellers mit einer Stromeinsparung von 50 – 70%. Gleichzeitig wurde die problemlose Umrüstung und der geringere Wartungsaufwand hervorgehoben, so dass sich die etwas höheren Anschaffungskosten innerhalb von ca. 14 Monaten amortisieren.

Die Oppostion im Gemeinderat mit UPW-FW, Bürgerblock, SPD und dem parteilosen Gradl haben deshalb für die kommende Sitzung einen Antrag eingereicht, die Auftragsvergabe an die E.ON umgehend auszusetzen. Die Antragssteller sind vom Erfolg ihrer Eingabe überzeugt, denn kein Bürger hätte für diese sinnlose Verschwendung von Steuermitteln Verständnis.