Mehrfach berichteten wir darüber, dass die UPW-FW Postbauer-Heng e.V. den o.g.
Vertrag bei der kommunalen Rechtsaufsicht beim Landratsamt Neumarkt im November 2007 zur Überprüfung und Stellungnahme eingereicht hatte.
Mit Schreiben des Landratsamtes Neumarkt vom 18. Januar 2008, von dem auch der Markt Postbauer-Heng einen Abdruck erhalten hat, wurde den Freien Wählern mitgeteilt, dass der Vertrag in seinen Grundsätzen nicht korrekt zu den einzelnen Leistungen (Liefer/Dienst- leistungs-Vertrag) abgegrenzt wurde und deshalb möglicherweise auch gegen das EU-Vergaberecht verstößt.
Die Marktgemeinde wurde deshalb von der kommunalen Rechtsaufsicht aufgefordert den Vertrag unverzüglich einer vertragsrechtlichen Überprüfung zu unterziehen.
Von den Freien Wählern wird durch ihre Markt-Gemeinderäte die weitere Behand-
lung dieses Vertrages sehr genau begleitet und dafür Sorge getragen, dass die Martktgemeinde von überhöhten Kosten und technisch schlechter Lösungen verschont bleibt.
Darüber hinaus wird die UPW-FW in Postbauer-Heng für die nächste Legislaturperi-
ode dafür sorgen, dass:
„ Verträge mit weitreichenden Konsequenzen müssen grundsätzlich vor
Unterzeichnung durch den 1. Bürgermeister vom Marktgemeinderat
eingesehen, genehmigt und vom leitenden geschäftsführenden Beamten
der Marktgemeinde geprüft und abgezeichnet werden „
UPW-FW Postbauer-Heng e.V. den 23. Januar 2008
Dienstag, 27. November 2007
Herr Bürgermeister Bradl,
Marktgemeinderäte aller Fraktionen,
Marktgemeinde Postbauer-Heng
Straßenbeleuchtung
Sehr geehrter Herr Bürgermeister Bradl,
Sehr geehrte Marktgemeinderäte,
in der Gemeinderatssitzung am 5.11.2007 war ein Vertreter von E.ON eingeladen, um über die Möglichkeiten und die Kosten einer Modernisierung der Straßenbeleuchtung in allen Ortsteilen der Marktgemeinde Postbauer-Heng zu referieren.
Es wurden die jetzigen Leuchten und der Wechsel der z.T. 30 Jahre alten Lampen empfohlen. Die Kosten für einen gesamten Wechsel auf moderne Natriumdampflampen wurde von der E.ON auf ca. 240-280 000 Euro beziffert. Dabei wurde empfohlen, die Investition über einen Zeitraum von wiederum 30 Jahren zu betrachten bei einer Einsparung von ca. 9000 Euro/a.
In den vier Bürgerversammlungen im November 2007 wurden die Mitbürger über den Sachverhalt informiert.
Völlig außer Acht gelassen wurden dabei verschiedene Aspekte, die die Empfehlung der E.ON in Frage stellen:
- Für den gegebenen Zeitraum von 30 Jahren ist eine Vorhersage der technologischen Entwicklung im Bereich Leuchtmittel nicht möglich und eine Empfehlung über eine komplette technologische Neuausrüstung daher unseriös.
- Die vorgeschlagenen Leuchtmittel Natriumdampflampen sind keineswegs die modernste, energetisch und wirtschaftlich günstigste Möglichkeit.
- Es lag kein Angebot über LED-Leuchtmittel vor.
- Es wurden grundsätzlich keine Vergleichsangebote eingeholt.
Der UPW-FW liegt ein Beispiel vor, in dem eine Ortschaft die alte Straßenbeleuchtung durch eine moderne Beleuchtung mit Leuchtmitteln mit LED-Bestückung ersetzt hat. Außerdem steht umfangreiches Informationsmaterial über die LED-Technik zur Verfügung. Sowohl die Effizienz der Beleuchtung, als auch die finanziellen Einsparungen sprechen für den Einsatz von LEDs in der Straßenbeleuchtung in Postbauer-Heng.
Verwunderlich ist in diesem Zusammenhang, dass E.ON von dieser modernen technischen Möglichkeit anscheinend noch keine Notiz genommen haben will!
Wir schlagen daher folgendes vor:
- Umfassende Information des Gemeinderates über das Projekt Ann Arbor/USA sowie andere Projekte, und die LED- und Clustertechnologie.
- Erneute Berechnung der Kosten für eine Erneuerung der Straßenbeleuchtung gesamt mit LED-Leuchtmitteln und Gegenüberstellung der Kosten mit Natriumdampflampen.
- Berechnung der jährlichen Belastung der Gemeinde bei Teilaustausch der ältesten Leuchtmittel nach der Notwendigkeit. Vorteil: Streckung der finanziellen Belastung und flexible Reaktion auf technische Entwicklungen.
- Überprüfung des E.ON Wartungsvertrages (Dieser lässt die Verwendung von alternativen Leuchtmitteln außerhalb ihres Angebotes nicht zu, laut Aussage E.ON IN der Sitzung! Knebelvertrag???) Kündigung des Vertrages mit der E.ON zum nächstmöglichen Zeitpunkt. Beispiele für kostengünstigere Eigenversorgung der Gemeinden vorhanden!
- Umfassende Information der Öffentlichkeit über die LED-Alternative.
- Gründung einer Energieinitiative Postbauer-Heng.
In diesem Zusammenhang sollte unbedingt der Konzessionsvertrag mit der E.ON mit einer Laufzeit von 20 Jahren einer kritischen Prüfung unterzogen und Vergleichsangebote eingeholt werden.
Bei Fragen stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung, Unterlagen zur LED-Technologie sind bei mir einzusehen.
Mit freundlichen Grüßen
Arnd Willmann